Durch “Ruinenstraßen”, “attackiert von Roten” – ein erfolgreicher Tag?

Heulen auf hohem Niveau oder Scheitern als Erfolg – Nazistimmen zum Aufmarschversuch am Ersten Mai in Halle

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And: Some Facts

* 850-950 Nazis, darunter auch Reitz, Worch und westdeutsche Freie Kräfte
*Gegendemo ab 10.00 Uhr mit über 1000 Leuten; dann während des Naziaufmarsches insgesamt 1500-2000 Gegendemonstrant_innen unterwegs
* Ursprüngliche Route ab 11.30 an zwei Stellen durch Sitzblockaden (450 Personen, 150 Personen) versperrt
* Polizei geht von Beginn an unverhältnismäßig und mit massiver Gewalt gegen Gegendemonstrant_innen vor, u.a. gegen die große friedliche Trommelgruppe, später werden zahlreiche Menschen durch BFE-Einheiten überwiegend leicht verletzt, als diese im Bereich Stadtpark alle “Nicht-Rechten” abdrängen wollen; mehrmals massiv Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt
*Diverse durch Polizeiübergriffe verletze Gegendemonstrant_innen [Betroffene bitte per (PGP-)Mail melden] und mindestens 20 Ingewahrsamnahmen
* Nazi-Südroute erst spontan zu Nordroute gemacht (Magdeburger-Steintor-Berliner-Volkmann-Hbf.), dann nach Stress im Stadtpark und aufgrund der Blockade am Steintor (500-700 Personen) und der chaotischen Lage (u.a. auch 200 direkt hinter den Nazis auf der Magdeburger) erneut geändert und verkürzt (über geräumte Krausenstr.)
* Nazigruppe von 50-70 wurde kurzzeitig am Ende der Demo abgehängt, Nazis riefen über Lauti auf, “keine Verletzten zurückzulassen” und zusammenzubleiben; lokales “Halleforum” berichtet von 20 verletzten Nazis, nach verschiedenen Augenzeugen- und Medienberichten aufgrund von Stein- und Flaschenwürfen
* Angeblich diverse beschädigte PKWs, einige Nazis warteten laut Augenzeugen im Innenstadtbereich auf Abschleppwagen
* Der zentrale Aufmarsch der Freien Kräfte ist für diese einfach nur scheiße gelaufen…

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Zusammenfassung der Antifaschistischen Gruppen Halle

Presseerklärung der Antifaschistischen Gruppen Halle zu den Aktivitäten gegen die Nazidemo am 1. Mai

Etwa 1500 Gegendemonstrant_innen haben sich am heutigen 1. Mai in Halle den Nazis konsequent in den Weg gestellt und zumindest die geplante Aufmarschroute durch mehrere erfolgreiche Blockaden verhindert. Die Nazidemo wurde mehrmals umgeleitet und konnte schließlich nur sehr verkürzt stattfinden.

Die Polizei hatte die Lage nicht im Griff. Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass die Zahl der zu erwartenden Nazis durch die Polizei viel zu niedrig angesetzt war. Die Polizei konnte aufgrund dieser Unterschätzung im Vorfeld den Naziaufmarsch nur mit massiver Gewalt gegen die antifaschistischen Gegendemonstrant_innen durchsetzen.

Schon im Vorfeld kam es zu einem skandalösen Vorfall, als die Bundespolizei eine Gruppe von 40 jungen Antifaschist_innen aus Berlin in Wittenberg an der Weiterfahrt nach Halle hinderte, während sie diese einer Gruppe von 35 Autonomen Nationalisten des NW Berlin ermöglichte – mit der Ansage, dies geschehe zum Schutz der Antifaschist_innen. Ein Armutszeugnis.

Wiederholt kam es zum Einsatz von Pfefferspray und Gummiknüppeln gegen friedliche Gegendemonstrant_innen.  Insbesondere BFE-Einheiten zeichneten sich durch massiven Einsatz von Gewalt aus. Die Gegendemonstrant_innen ließen sich davon aber nicht abhalten und brachten auf verschiedene Art und Weise ihren Protest zum Ausdruck.

Die Nazis konnten 900 Personen vor allem aus dem Kameradschaftsspektrum nach Halle mobilisieren. Im weiteren Verlauf wurden die Nazis durch die Blockaden rund um den Aufmarsch – zeitweise befanden sich drei Gruppen von 300-600 Gegendemonstrant_innen unmittelbar vor, hinter und neben dem Aufmarsch – und durch die damit einhergehenden Verzögerungen zunehmend aggressiver, einzelne Gruppen versuchten wiederholt aus der Demonstration heraus Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Dies gelang auch aufgrund massiver Gegenwehr nicht.

Zusammenfassend kann der 1.Mai wie folgt bewertet werden:

  1. Aufgrund der Blockaden der Gegendemonstrant_innen konnte der Naziaufmarsch nicht wie geplant stattfinden.
  2. Der Versuch der Freien Kameradschaften nach der Wahlniederlage der NPD in Sachsen-Anhalt auf der Straße wieder Terrain zurückzugewinnen, ist gescheitert.
  3. Nur durch den Einsatz von massiver Gewalt durch die Polizei war es den Nazis möglich überhaupt den Bahnhof zu verlassen.

Zum wiederholten Male sind die Nazis in Halle beim Versuch gescheitert, einen Aufmarsch im Innenstadtbereich durchzuführen. Ihre geplante Route liefen sie keinen Meter, auf der deutlich kürzeren Ausweichroute wurden sie massiv behindert. Ob das ihre Lust auf weitere öffentliche Auftritte in Halle auf längere Zeit verderben wird, ist abzuwarten. Jeder Auftritt der Antisemiten und Rassisten wird auf entschlossenen antifaschistischen Widerstand stoßen.

Wir danken allen, die heute mit verschiedensten Aktionen gegen den Naziaufmarsch aktiv geworden sind!

 Antifaschistische Gruppen Halle, 1. Mai 2011

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„Halle/Saale Hauptbahnhof, Endstation.“ Den Naziaufmarsch am 01. Mai 2011 stoppen!

Aufruf des Zusammenschlusses antifaschistischer Gruppen in Halle

Der 01. Mai – hierzulande seit 1933 der Tag der deutschen Arbeit – steht wieder bevor. Die ostdeutsche Naziszene hat sich für den von ihnen nun ausgerufenen Kampftag gegen EU-“Erweiterungsorgie“ und „Fremdarbeiterinvasion“ ausgerechnet Halle ausgesucht. Dort wollen sie dem nicht mal ernsthaft geplanten EU-Beitritt der Türkei entgegentreten, dem „Baustein der Raubtierkapitalisten in ihrem nächsten Globalisierungsvorhaben“. Nach ihrem Scheitern bei den Wahlen wollen die Nazis auf den hallischen Straßen verhindern, dass – man höre und staune – „weitere Millionen von Fremden in unser Land hereingelassen“ werden.

Den „Volkszorn auf die Straße tragen“ wollen am 01. Mai 2011 vor allem die sogenannten Freien Kräfte, Neonazis ausserhalb der Strukturen der NPD/JN, von denen sich viele zum Spektrum der aktionsorientierten „Autonomen Nationalisten“ zählen. Sie mobilisieren überregional, nicht nur auf dem flachen Land in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, sondern auch in der „ehemaligen Reichshauptstadt“. Die Organisatoren der Demonstration um Enrico Marx und Maik Müller kooperierten in der Vergangenheit teilweise mit NPD/JN-Strukturen, auch eine Beteiligung von deren Aktivisten ist also zu erwarten. Da in Halle der einzige und zentrale Aufmarsch der ostdeutschen Naziszene stattfinden wird, ist demnach mit einer größeren Ansammlung dieser Berufsdeutschen am Hauptbahnhof Halle/Saale zu rechnen.

Der sollte für die angereisten Nazis im wahrsten Sinne des Wortes zur Endstation werden. Denn es gilt, sich den gewalttätigen Rassisten und Antisemiten am 1. Mai in den Weg zu stellen und ihren Aufmarsch zum Desaster zu machen. Nicht, weil die Stadt so zeigen kann, dass sie bunt statt braun sei, oder weil Nazis in „unserer Stadt“ oder gar „unserem Land“ nichts zu suchen hätten. Ebensowenig um zu verhindern, dass der „Tag der Arbeit“ besudelt wird.

Denn die Nazis gehören zu Deutschland und zum „Tag der Arbeit“, wie die Schmeißfliege zum Scheißhaufen, und es sollte unmöglich sein, Nazis zu bekämpfen, ohne sich Gedanken über die deutschen Zustände zu machen. Es ist schlichtweg die Tatsache, dass noch der dümmste Nazi eine unmittelbare Gefahr für jeden ist, der in sein ausgeprägtes Feindbild passt, die es notwendig macht, ihm den öffentlichen Raum zu nehmen, ihm offensiv entgegenzutreten.

Bereits im Juni 2009, als die Nazis in der hallischen Südstadt schon einmal nach 1000 Metern entnervt umdrehen mussten, hatten wir zuvor festgestellt: Man muss den Nazis ihre Auftritte versauen, um sich danach wieder ungestört der Kritik der Verhältnisse widmen oder einfach nur in Ruhe in die Kneipe gehen zu können. Daran hat sich nichts geändert, weshalb es am 01. Mai 2011 heißen muss: Halle/Saale Hauptbahnhof, Endstation! Eine gute Heimreise wünschen kann schließlich nicht nur die NPD.

Antifaschistische Gruppen Halle (04/2011)

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