Zusammenfassung der Antifaschistischen Gruppen Halle

Presseerklärung der Antifaschistischen Gruppen Halle zu den Aktivitäten gegen die Nazidemo am 1. Mai

Etwa 1500 Gegendemonstrant_innen haben sich am heutigen 1. Mai in Halle den Nazis konsequent in den Weg gestellt und zumindest die geplante Aufmarschroute durch mehrere erfolgreiche Blockaden verhindert. Die Nazidemo wurde mehrmals umgeleitet und konnte schließlich nur sehr verkürzt stattfinden.

Die Polizei hatte die Lage nicht im Griff. Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass die Zahl der zu erwartenden Nazis durch die Polizei viel zu niedrig angesetzt war. Die Polizei konnte aufgrund dieser Unterschätzung im Vorfeld den Naziaufmarsch nur mit massiver Gewalt gegen die antifaschistischen Gegendemonstrant_innen durchsetzen.

Schon im Vorfeld kam es zu einem skandalösen Vorfall, als die Bundespolizei eine Gruppe von 40 jungen Antifaschist_innen aus Berlin in Wittenberg an der Weiterfahrt nach Halle hinderte, während sie diese einer Gruppe von 35 Autonomen Nationalisten des NW Berlin ermöglichte – mit der Ansage, dies geschehe zum Schutz der Antifaschist_innen. Ein Armutszeugnis.

Wiederholt kam es zum Einsatz von Pfefferspray und Gummiknüppeln gegen friedliche Gegendemonstrant_innen.  Insbesondere BFE-Einheiten zeichneten sich durch massiven Einsatz von Gewalt aus. Die Gegendemonstrant_innen ließen sich davon aber nicht abhalten und brachten auf verschiedene Art und Weise ihren Protest zum Ausdruck.

Die Nazis konnten 900 Personen vor allem aus dem Kameradschaftsspektrum nach Halle mobilisieren. Im weiteren Verlauf wurden die Nazis durch die Blockaden rund um den Aufmarsch – zeitweise befanden sich drei Gruppen von 300-600 Gegendemonstrant_innen unmittelbar vor, hinter und neben dem Aufmarsch – und durch die damit einhergehenden Verzögerungen zunehmend aggressiver, einzelne Gruppen versuchten wiederholt aus der Demonstration heraus Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Dies gelang auch aufgrund massiver Gegenwehr nicht.

Zusammenfassend kann der 1.Mai wie folgt bewertet werden:

  1. Aufgrund der Blockaden der Gegendemonstrant_innen konnte der Naziaufmarsch nicht wie geplant stattfinden.
  2. Der Versuch der Freien Kameradschaften nach der Wahlniederlage der NPD in Sachsen-Anhalt auf der Straße wieder Terrain zurückzugewinnen, ist gescheitert.
  3. Nur durch den Einsatz von massiver Gewalt durch die Polizei war es den Nazis möglich überhaupt den Bahnhof zu verlassen.

Zum wiederholten Male sind die Nazis in Halle beim Versuch gescheitert, einen Aufmarsch im Innenstadtbereich durchzuführen. Ihre geplante Route liefen sie keinen Meter, auf der deutlich kürzeren Ausweichroute wurden sie massiv behindert. Ob das ihre Lust auf weitere öffentliche Auftritte in Halle auf längere Zeit verderben wird, ist abzuwarten. Jeder Auftritt der Antisemiten und Rassisten wird auf entschlossenen antifaschistischen Widerstand stoßen.

Wir danken allen, die heute mit verschiedensten Aktionen gegen den Naziaufmarsch aktiv geworden sind!

 Antifaschistische Gruppen Halle, 1. Mai 2011

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