Infos zum 1. Mai in Halle

Naziaufmarsch

Anmelder: Enrico Marx & Maik Müller
Treff: 12.00 Uhr, Hbf. Halle, Nebenausgang
Start: 13.00 Uhr, Hbf. Halle, Nebenausgang
Nazis sagen: “Rechtsstand: genehmigt Stand: 11.04.11”
Route: Südstadt: Hbf.-Philipp-Müller-Str.-Rannischer Pl.-Liebenauer Str.-Lutherplatz-Lauchstädter Str.-Merseburger Str.-Hbf.

Gegenaktivitäten

Das zivilgesellschaftliche Bündnis will mit Kundgebungen und Demos gegen den Naziaufmarsch protestieren – so gibt es Kundgebungen in Sicht- und Rufweite im Steinweg und in der Prof.-Friedrich-Hoffmann-Str. jeweils unmittelbar nördlich der Naziroute Philipp-Müller-Straße, eine Kundgebung südlich des Nazitreffpunkts in der E.-Kamieth-Str. sowie eine zentrale Demonstration, die vormittags vom Rannischen Platz über Philipp-Müller-Str., Turmstr. und Merseburger Str. zur Kundgebung E.-Kamieth-Str. führt. Ab 9.30 ist Treffpunkt, um 10.00 soll die Demo schon am Rannischen Platz aufbrechen, damit sie rechtzeitig wieder von der Naziroute runter ist…. Hallische DJs organisieren zudem am Tag des Aufmarsches eine Partykundgebung unter dem Motto “Nazis wegbassen” am Leipziger Turm.

2009: Gleiche Route – letzter Versuch…
Am 17. Juni 2009 wollten regionale Nazis schon einmal auf der jetzt wieder angemeldeten Route durch Halle-Südstadt marschieren, mit Fackeln und allem drum und dran. Mit einer nur regionalen Mobilisierung hatte die NPD/JN damals etwa 200 Kameraden zusammengetrommelt. In drei, mit anfänglichem Herumstehen vier Stunden schafften die Nazis, etwa tausend Meter in die eine Richtung zu gehen, und dann wieder die tausend Meter zurück.
Da sie die meiste Zeit standen, machten sie verschiedene lustige Choreographien,…

…gähnten,…

…und machten Fotos von Gegendemonstranten, wenn diese mal wieder versuchten, den Aufmarsch anzugreifen. [Mit Kamera: Torsten Görke; vorne: Istvan Repaczki (Freie Kräfte Leipzig)]

Unsere Einschätzung des Naziaufmarsches endete damals folgendermaßen:
“Angesicht der Masse und der Mobilität der GegendemonstrantInnen konnten die Nazis ihre ursprünglich vorgesehene Route, die vom Ordnungsamt bis zum Schluss geheimgehalten worden war, nicht einhalten. Die Polizei zeigte sich klar überfordert, Halle befand sich zeitweise im Ausnahmezustand. Aufgrund zahlreicher Blockaden, etlicher Kleingruppen, die regelmäßig versuchten, bis an die Nazidemonstration heranzukommen, und Menschenansammlungen von teilweise mehr als 400 Leuten war die Polizei immer wieder gezwungen, die Route der Demonstration zu verändern. Am Ende konnten die Nazis an ihrem Infotelefon nur noch die Botschaft ausgeben, dass sie gerade selbst nicht so richtig wüssten, wohin sie laufen. Nach mehreren Umleitungen musste der Aufmarsch schließlich noch vor dem Lutherplatz, der von der Polizei zeitweise als erstes größeres Zwischenziel vorgesehen war, umdrehen und zum Hauptbahnhof, dem Ausgangspunkt der Demonstration, zurückkehren. Der Grund: Der Platz wurde von GegendemonstrantInnen blockiert, es wurde langsam dunkel und in den Seitenstraßen hatten sich erneut größere Gruppen von AntifaschistInnen zusammengefunden, die auf die Nazidemo warteten. Gegen 23 Uhr war das Ganze schließlich vorbei; die Mehrheit der Nazis saß bereits wieder im Zug nach hause. Während sich ein Teil der Gegendemonstranten daraufhin auf dem Riebeckplatz, einem der zentralen Verkehrsknotenpunkte Halles, zu einer Party zusammenfand, nutzten andere die Gelegenheit und statteten einem Thor-Steinar-Laden, der kürzlich in der Nähe eröffnet wurde, einen Besuch ab: Er wurde mit Farbeiern, Müllkübeln und Gerätschaften aus einer nahegelegenen Baustelle beworfen.
Fazit: Aufgrund des großen Polizeiaufgebots und der ständig wechselnden Route war es zwar nur schwer möglich, direkt an den Naziaufmarsch heranzukommen. Der Aufmarsch konnte dennoch gut behindert werden. Von Zeit zu Zeit flogen Steine und Eier, die Anreise einzelner Nazis, die versuchten, aus Richtung Innenstadt zur Demonstration zu gelangen, konnte beeinträchtigt werden, und auch die Feuerwehr scheint aufgrund brennender Mülltonnen etc. immer wieder ausgerückt zu sein. Mit ein bisschen mehr Entschlossenheit wäre sicher trotzdem noch mehr möglich gewesen. (Dafür gab es insgesamt auch nur vier Festgenommene, die inzwischen alle wieder auf freiem Fuß sind.) Die Nazis schafften es in den drei Stunden, die ihr Aufzug letztlich dauerte, hingegen nur, knapp zwei Kilometer zu laufen: das sind etwa 700 Meter pro Stunde. Um so etwas als Erfolg zu werten, muss man entweder dumm sein oder Nazi – oder beides.”

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